Noch etwas Senf, Frau Huberty? – eine junge Linke über unwertes Leben *UPDATE*

•August 24, 2009 • Kommentar schreiben

Nach Julia Bonks  – für eine Geschichts-/Politikstudentin peinliche – Abwrackprämie für Deutschlandfähnchen (siehe u.a.  faz.net ), war es wieder ruhiger geworden in der roten Ecke. Doch das Feuer brennt noch immer in den jüngeren Reihen der SED PDS Linkspartei.PDS + WASG Partei Die Linke. Asja Huberty, 87er Jahrgang, ist in der schleswig-holsteinischen Linken sehr engagiert. Dort kämpft sie gegen Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit, Kapitalismus, Nazis, Kernkraftwerke – also gegen alle bösartigen Geschwüre, die eine USA-hörige Büttelbande wie unsere BRD hervorbringen kann. Und sie kämpft gegen Entmündigung, Leibeigenschaft und „Kinderwahnsinn“ ! Damit sind Abtreibungsgegner gemeint. Der passende Artikel findet sich hier ist kurz nach Veröffentlichung dieses Beitrages von der Internetseite genommen worden. Das heißt jedoch nicht, dass ich einen Drachen besiegt habe, denn Asja Hubertys Artikel ist noch auf einigen anderen Seiten zerpflückt worden. Die Linke wird unangenehme Reaktionen erhalten haben.

Um den philosophisch-emotionalen Part der leidenschaftlich und meist heuchlerisch geführten „Abtreibungsdebatte“ vorweg zu nehmen: Das Selbstbewusstsein, also das Sich-selbst-erkennen-können eines Menschen bildet sich zwischen dem 2. und dem 3. Lebensjahr. Die Menschwerdung findet statt, indem sich das Kind aus den rein auf räumlich-zeitliche Explikationen begrenzten Wahrnehmungsmöglichkeiten des Tieres befreit. Ein Embryo/Fötus befindet sich in einem Zustand der Dämmerung, etwa vergleichbar mit dem unbewussten Gefühlsleben einer Pflanze. Er verfügt also weder über einen Charakter, über nichts, was man mit nachhaltiger Emotion oder gar Intelligenz auch nur entfernt vergleichen könnte, über keine wie auch immer geartete Persönlichkeitsstruktur oder irgend eine andere spezifische Disposition, die ihn einmalig machen würde. Er ist kein Individuum und befindet sich im besten Falle auf der evolutionären Stufe mit einer Kaulquappe, aber ganz sicher nicht mit einem Menschen, auch wenn er – rein ontologisch betrachtet – aufgrund seines potentiellen Menschseins der Kategorie „Mensch“ zugeordnet werden muss.

Kurzum: ein ungeborenes Kind ist ein schlichter Zellklumpen, der eigentlich gar nichts kann – nicht einmal richtig sein, denn der Fötus denkt nicht. Er reagiert höchstens auf Reize. Dies ändert sich laut Huberty irgendwann im dritten Lebensjahr. Ich halte diesen Gedanken, zumindest in der zitierten Formulierung, für sehr bedenklich. Denn weiter heißt es:

Ein Schwangerschaftsabbruch kann demnach niemals als „Mord“ bezeichnet werden, da schlicht niemand ermordet wird. Punkt.

Zwar ist hier die Rede von einem Schwangerschaftsabbruch und schwanger ist eine Frau ja nur so lange, bis das Kind den Mutterleib verlassen hat. Da das Baby aber dennoch nichts weiter ist als ein reizgesteuertes, sozusagen strunzdummes Ding, wäre die vorsätzliche Tötung eines Säuglings gar kein Mord. Das Baby besitzt immerhin keine eigene Persönlichkeit. Es ist ein Niemand. Punkt.

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Wenn Prothesen empfindlich sind…

•August 12, 2009 • Kommentar schreiben

Diesen Beitrag wollte ich schon längst geschrieben haben. Anfang Juni veröffentlichte die AutoBILD einen Fahrbericht zum brandneuen BMW X1. Gleich der erste Kommentar von Nutzer Georg traf den wunden Punkt: ein gewisser timo antwortete auf die Aussage, dass der X1 überflüssig sei, mit dem vertrauten Jaulen eines angeschossenen Hundes.

@ georg: nur weil DU es nicht brauchst, heißt es nicht, dass das auto nicht verkauft wird.
oder bist du bei der gfk (gesellschaft für konsumgüterforschung) und betreibst hauptberuflich marktanalysen?
neid (kannst dir eh keinen bmw leisten, würdest aber gerne, darf aber niemand wissen, also wird gemotzt) oder größenwahn (du glaubst den geschmack der gesamten menschheit einschätzen zu können, bewerb dich mal bei nem autohersteller, die nehmen die mit handkuss)????

motto: es wurde alles gesagt, nur noch nicht von jedem.

Neid und Anmaßung sind die Lieblingsargumente, wenn nicht sogar die einzigen Argumente, eines in seiner automobilen Ehre gekränkten Menschen.

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Hokus Pokus Fidibus – dreimal schwarzer Balken

•August 3, 2009 • 4 Kommentare

Kaffee aufsetzen und Keksdose auf den Tisch stellen! Dieser Beitrag wird lang. Einen Eimer solltet ihr euch auch besorgen, denn die Kekse möchten hausfriedensverträglich wieder ausgekotzt werden. Kotzen werdet ihr nämlich – ich lasse euch aber die Wahl: ihr kotzt entweder wegen meines Geschwafels, oder wegen der übelriechenden Monatsausflüsse gewisser PolitikerINNEN.

Hier soll es nun um zwei „Phänomene“ gehen, die sich mit DEM Thema des Jahres beschäftigen. Das böse Internet, Klappe die 4827-ste! *klack*

Beginnen wir mit einem weiteren Artikel auf Welt Online. Darin heißt es:

Nach der bevorstehenden Sperrung von Kinderporno-Seiten will Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) gegen weitere rechtswidrige Inhalte im Netz vorgehen. „Mir geht es jetzt um den Kampf gegen die ungehinderte Verbreitung von Bildern vergewaltigter Kinder“, sagte sie dem „Hamburger Abendblatt“, kündigte aber an, man müsse „weiter Diskussionen führen, wie wir Meinungsfreiheit, Demokratie und Menschenwürde im Internet im richtigen Maß erhalten.“

Damit hat Frau von der Leyen einmal mehr die Befürchtungen angeheizt, die von Anfang an die aktuelle Kinderpornodiskussion begleitet haben. Wenn sich erstmal der geplante Zensurmechanismus etabliert hat, stünden weiteren Aktionen bestürzten Augenzuhaltens die Tore weit offen. Diese Bedenken nehmen nun ganz offensichtlich die immer klareren Umrisse einer präsenten Bedrohung an. Ich versuche es mal hübsch zu verpacken. =) weiterlesen ‘Hokus Pokus Fidibus – dreimal schwarzer Balken’

Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten

•Mai 12, 2009 • Kommentar schreiben

„Keiner will das Netz zensieren“, sagte Georg Ehrmann in einem Interview auf Readers Edition. Frau von der Leyen erklärte kürzlich einen beachtlichen Anteil der Internetnutzer praktisch zu Kriminellen (der Begriff verabscheuungswürdige Subjekte minderen Lebens träfe es in diesem Kontext wohl eher, da sie ausdrücklich Pädokriminelle nannte) . Herr Ehrmann geht noch ein Stück weiter und stellt indirekt jeden einzelnen Gegner der umstrittenen „Kipo-Sperre“ in die zwielichtige Ecke, denn er greift zu einer altbekannten Phrase: Lobby. Lobbies kennen wir. Die finanzieren Antiraucherkampagnen und freuen sich über die viele Werbefläche für ihre Glimmstengel, oder sie schieben jegliche Verantwortung für Gewalttaten von sich und spielen unterm Verhandlungstisch mit ihren Revolvern und Satellitenwaffen. So stellen die Medien uns jene ominösen Lobbies jedenfalls vor.  Herr Ehrmann hat es nun jedoch auf eine gewisse „Internetlobby“ abgesehen. Deren Machenschaften sehen laut Ehrmann ungefähr so aus:

RE: Warum sprechen Sie von einem Erfolg der Internet-Lobby bezüglich der Ablehnung der Pläne der Bundesfamilienministerin gegen Kinder”pornographie”?

Georg Ehrmann: Es muss als Lippenbekenntnis und bloße Imagepflege bezeichnet werden, wenn der Bundesverband der Informationswirtschaft “BITKOM” und der Verband der Deutschen Internetwirtschaft “eco” in Stellungnahmen Kinder”pornographie” als ein scheußliches Verbrechen bezeichnen, zugleich aber mit allen Mitteln den Vorstoß der Bundesfamilienministerin zur Sperrung derartiger Seiten torpedieren. Es wird zwar Zustimmung signalisiert, zugleich aber ein Gesetzgebungsverfahren gefordert. Ein solches kostet Zeit und ist in diesem Jahr nicht mehr zu realisieren.

Dieses Ausbremsen wird von den Lobbyisten der großen Provider und der Internetindustrie in Deutschland forciert: Zum einen wird mit kinder”pornographischen” Inhalten in Deutschland viel Geld verdient, zum andern ist die Sperrung derartiger Seiten mit einem erhöhten technischen Aufwand verbunden. Ein Aufwand, den eine verantwortungsbewusste Branche aber schon längst umgesetzt hätte. Es bedürfte keiner Gesetze, wenn die Internetindustrie geschlossen gegen die Krake der skrupellosen Pädokriminellen vorgehen würde.

Das ist Lobbyarbeit vom feinsten, die hier geleistet wird: Mit teuren Auftragsrechtsgutachten, gut präparierten Abgeordneten und der Nutzung der Medien erinnert das Vorgehen der Internet-Lobby gegen die Sperrung von Kinder”pornographie”-Seiten stark an das Vorgehen der Tabakindustrie in der Debatte um mehr Nichtraucherschutz.

Allein dieser Auszug des Interviews übersteigt den Tagesbedarf  eines normalgewichtigen Erwachsenen an Brechmitteln um satte 63%.

Da wagen es diese Pädokassierer allen Ernstes, rechtsstaatliche Maßnahmen auf den üblichen parlamentarischen und juristischen Wegen zu verlangen. Ein Gesetzgebungsverfahren würde also zu lange dauern und in diesem Jahr nicht mehr viel bringen. In diesem Kontext sollte man sich ernsthaft fragen, was eine halbherzige Sperrung der bösen Websites bewirken könnte. Versehentlich stolpern nur die allerwenigsten Nutzer über Kinderpornographie. Diejenigen, die aktiv danach suchen, müssen halt eine oder zwei Minuten mehr Arbeit investieren. Das fragwürdige Material besteht weiterhin und im Idealfall spielen die deutschen „Kunden“ keine Rolle mehr in der Statistik. Klasse! Mahler, Rennicke, Apfel & co. könnten zukünftig betonen, dass Deutsche so grundanständig sind, dass sich kein autochthoner Bundesbürger Kinderpornos im Netz anschaut.  Ernsthaft: einen richtigen Nutzen kann man aus der Sperre nicht ziehen.

Des Weiteren unterstellt Ehrmann deutschen Providern eine Profitgier, die jegliche geschmackliche Grenze Lichtjahre hinter sich ließe. Als würde man sich heimlich darüber freuen, Kinderpornos zu hosten und damit Geld zu verdienen. Profit ist das Götzenbild der Wirtschaft, darüber muss man natürlich nicht groß diskutieren. Dieser Vorwurf allerdings hat eine Qualität, die ich fast schon als üble Nachrede , als Verleumdung verstehe.  Verantwortungslosigkeit reibt er der Branche unter die Nase. Eine Verantwortungsvolle Branche hätte die entsprechenden Inhalte schon vor hundert Jahren aus dem Netz genommen. Ich kenne die nötigen Prozesse nicht im Detail, aber da es hier vielleicht noch einen ganz ganz schmalen Grat ohne vollständige Überwachung gibt, passt das alte Sprichwort „wo kein Kläger, da kein Richter“ ganz gut. Noch sieht das große Auge nicht alles, also braucht es noch Ohren und eine Nase. Sind die verstopft, wird es schwierig. Aber selbst wenn hier ganz dicke Versäumnisse vorliegen: die Ermittler ertrinken doch angeblich fast in Beweisen und so weiter. Warum sind so viele Seite noch online, obwohl sie auch im breiten Ausland relativ einfach gekillt werden könnten? Wieso lässt man die Server so häufig in Ruhe? Hofft man auf dicke Fische? Dass die nicht gänzlich aufs Internet angewiesen sind, dürfte spätestens der „gesprengte MMS-Ring“ vor einiger Zeit verdeutlicht haben. Es gibt auch durchaus Leute, die die gelbe Post neu entdecken. Verantwortungsvolle Ermittler hätten den bösen Providern wohl deutlich helfen können, verantwortungsvoll zu hosten. Aber nein, in Ehrmanns Welt funktioniert das mit den Kinderschändern genau so wie mit der Pelzindustrie: wenn niemand mehr Pelze will, werden keine süßen Tierchen geschlachtet. Wenn niemand mehr Kinderpornos im Netz sehen kann, werden keine Kinder mehr missbraucht.  Bliebe nur noch zu klären, welchen „Marktanteil“ jene Aufnahmen haben, mit denen sich irgendein kranker Papi oder Onkel unter Insidern profilieren will. Und wie viele Missbrauchsfälle überhaupt „verkauft“ werden. Da liegt meines Erachtens ein dicker Hund begraben.

Auch, weil wir es nicht sehen (sollen) – es ist da. Das bringt einen weiteren Punkt, der für mich persönlich alle weitere Kritik an Ehrmanns Äußerungen überragt.
Gerade in seiner Stellung als Vorsitzender der Deutschen Kinderhilfe sollte Georg Ehrmann gegen die Unkultur des Wegschauens vorgehen. Stattdessen aber befürwortet er sie, denn der verwehrte Zugriff auf fragwürdige Internetseiten ist im Grunde genommen nichts anderes als Wegschauen.

Wenn ein Auto in der prallen Sonne geparkt wurde und ein Baby darin sitzt, allein und jämmerlich schreiend, so kann man kurzerhand eine Scheibe zertrümmern und das Kind heraus holen. Oder man hängt Papiertüten vor die Scheiben, damit niemand das hilflose Kind sehen kann. Was würde Herr Ehrmann tun wollen? Was tut er wirklich?

Skandal! Die Bundeswehr ist eine deutsche Armee!

•April 11, 2009 • Kommentar schreiben

Bundeswehr-Lehrbuch verklärt die Wehrmacht

Der deutschen Bundeswehr droht ein Skandal um ihre Handbücher für Ausbilder. Laut dem ARD-Politikmagazin „Kontraste“ wird darin das Gedankengut von Adolf Hitlers Wehrmacht lebendig gehalten. So werden zum Beispiel die Erlebnisse eines Panzervernichtungstrupps aus dem Jahr 1944 erzählt und so rechtes Gedankengut bedient.

Der passende Artikel auf WELT ONLINE

Nachdem  Einsatznah Ausbilden und Üben und schießen seit zig Jahren zu den Standardwerken der Gefechtsausbildung in der Bundeswehr zählen, haben findige Fernsehjournalisten nun einen handfesten Skandal aufgedeckt. Die beiden Bücher sind nämlich gespickt mit Erfahrungen von Wehrmachtssoldaten. Einige, nun „prominente“ Beispiele befassen sich u.a. damit, wie erfolgreiche Panzerabwehr aussehen kann. Die Theorie hinter dem bewaffneten Kampf soll mit solchen realen Beispielen anschaulich untermauert werden. Der große Knackpunkt soll jetzt die Tatsache sein, dass es sich um historische Beispiele deutscher Soldaten handelt.

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Wut im Arsch, Waffe in der Hand.

•März 26, 2009 • 1 Kommentar

Viele Stimmen haben sich zu dem schrecklichen Ereignis von Winnenden zu Wort gemeldet und wie gewohnt wurde vielfach nach den üblichen Maßnahmen verlangt. Allen voran das Verbot von gewalttätigen Computerspielen und eine Verschärfung des Waffengesetzes. Immerhin war die Tat noch ganz „frisch“, als die Besitztümer von Tims Vater (eine Menge Schusswaffen) und der Inhalt von Tims Computer bekannt wurden. Einzig das Thema „böse Musik“, welches nach dem Amoklauf Robert Steinhäusers im Jahre 2002 mit von der Partie war, ist heute in den Medien nicht zu finden.

Mit der Waffenanlegenheit als Schwerpunkt folgt nun mein Senf dazu.

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Die Natur ist politisch unkorrekt, sagt die EU.

•März 17, 2009 • 3 Kommentare

EU bans use of ‘Miss’ and ‘Mrs’ (and sportsmen and statesmen) because it claims they are sexist

Using ‘Miss’ and ‘Mrs’ has been banned by leaders of the European Union because they are not considered politically correct.

Brussels bureaucrats have decided the words are sexist and issued new guidelines in its bid to create ‘gender-neutral’ language.

The booklet warns European politicians they must avoid referring to a woman’s marital status.

This also means Madame and Mademoiselle, Frau and Fraulein and Senora and Senorita are banned.

‘Political correctness gone mad’: The European Parliament has banned MEPs from using ‘Miss’ and ‘Mrs’ because it claims they are sexist

Instead of using the standard titles, it is asking MEPs to address women by their names.

And the rules have not stopped there – they also ban MEPs saying sportsmen and statesmen, advising athletes and political leaders should be used instead.

Man-made is also taboo – it should be artificial or synthetic, firemen is disallowed and air hostesses should be called flight attendants.

Headmasters and headmistresses must be heads or head teachers, laymen becomes layperson, and manageress or mayoress should be manager or mayor.

Police officers must be used instead of policeman and policewoman unless the officer’s sex is relevant.

The only problem words that do not fit into the guidelines are waiter and waitress, which means MEPs are at least spared one worry when ordering a coffee.

They have reacted with incredulity to the booklet, which has been sent out by the Secretary General of the European Parliament.

So lautet ein Teil des verlinkten Artikels. Ein weiteres Beispiel für den Kurs der EU auf ihrem Weg zu einer charakterlosen Funktionsgesellschaft. So krass hat es das nichtmal hinter dem eisernen Vorhang gegeben, kannte man dort immerhin noch die Anredeformen Genosse und Genossin. Ich fühle mich an das Spiel Floyd: Es gibt noch Helden erinnert, wo sich die Charaktäre schlicht mit Bürger ansprechen.

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School’s out today!

•November 12, 2008 • 1 Kommentar

Hoch ging’s her, am Tag der Schülerstreiks. Gegen überfüllte Klassenräume, Fließbandunterricht und auch gegen Studiengebühren demonstrierten vielerorts zigtausende Schüler und Studenten. So auch in Hannover, welches sich mit Berlin und Dresden die Schlagzeilen teilt.

Gestern bekam ich von einem Komillitonen noch eine „Einladung“ zur hiesigen Demo. Ich sagte, dass ich es mir überlegen würde. Zum Teil war dies geflunkert, denn meine Überlegung war halbherzig und nach einem Sekundenbruchteil verwarf ich den Teilnahmegedanken. Einmal war ich auf einer Demo. Das war 2003, nur wenige Stunden nach dem US-Truppen mal wieder bei Saddam Hussein an die Tür geklopft hatten. Krieg ist immerhin gar nicht so toll (obwohl manchmal unglücklicherweise „nötig“, wie ich heute finde) und außerdem konnten dafür einige Stunden Unterricht geschwänzt werden. So machte sich ein Grüppchen von etwa 20 Mitschülern auf den Weg zum Opernplatz. Das ist in Hannover eine DER Locations für Demos und Kundgebungen schlechthin. Nun wollten wir also zeigen, dass wir den Krieg ablehnten. Kurz nachdem wir von der Ubahn-Station an die Erdoberfläche gelangten, wurde mir auch schon ein Schild in die Hand gedrückt. Es stammte von dieser schrecklichen Organisation namens „Linksruck„, welche seit 2007 übrigens unter diesem Namen nicht mehr existiert. „Kein Blut für Öl“, stand darauf geschrieben.  Ich reichte das Schild weiter. Ich war zwar erst 17 und fand den amerikanischen Irakbesuch „halt blöd“, aber für Linksruck und Konsorten hatte ich damals schon nichts übrig. Am Opernplatz begann dann das große Warten. Lange Zeit geschah gar nichts, bis plötzlich ein Lautsprecherwagen anrollte. Er war mit einer schwarz-roten Flagge gespickt und beschallte uns mit Ska-Musik. Zwischen den Demonstranten wuselten Leute mit Flugblättern umher. Die Sache wurde mir suspekt. MLPD, DKP, Antifa und wieder Linksruck. Die geballte Präsenz linkstotalitären Abschaums war vertreten. Schließlich verstummte die Musik (leider) und die Lautsprecher gaben menschliche Geräusche von sich, eine Rede begann. Zu meiner Verwunderung war jedoch kaum ein Wort über den Krieg zu hören. Dafür aber wurde moniert, dass rechtsextremes Pack „linke“ Demos wie diese hier immer häufiger besuchen würde, um hinter einer pazifistischen und antiimperialistischen Fassade seine braune Propaganda vom Stapel zu lassen. Auch der zweite Sprecher befasste sich ausschließlich mit dieser Thematik. Dabei waren zumindest in meinem Sichtfeld keine „verdächtigen“ Gestalten – jedenfalls keine aus dem rechtsradikalen Spektrum – zu sehen. Die Veranstaltung war für mich gelaufen. Es war meine erste und bis heute letzte Demo. Es ist zum Kotzen, wie genannte Organisationen scheinbar jeden beliebigen Anlass nutzen, um ihre eigene Propaganda zu versprühen und möglichst viele Menschen zu radikalisieren.

So geschah dies offenbar auch heute, denn in Hannover und Dresden wollten „autonome Gruppen“ die jeweiligen Landtage von innen sehen. So betraten Schüler die Bannmeile um den niedersächsischen Landtag und kurz darauf flogen Steine. Einer davon traf ein Fenster. Dass die anwesenden Polizeikräfte in dieser Situation nicht „alle meine Entchen“ singen und rosa Herzen verteilen wollte, liegt meiner Meinung nach auf der Hand. Ja, es ging teilweise ruppig zu. Patrick Ziemke, Niedersachsens Landesschülersprecher, bedauerte die Geschehnisse und verurteilte zugleich die „linksextremen“ (seine Wortwahl) Unruhestifter, welche die Demonstration für ihr Bedürfnis nach Krawall missbraucht hätten. Derweil hat sich mal wieder ein solcher Schmierfink auf indymedia verewigt. Thema des „Artikels“ ist natürlich nur der Fakt, dass die Polizei gegen jene Schüler vorgegangen ist. Freilich ist es alles andere als toll, wenn „Kinder“ die Staatsgewalt zu spüren bekommen. Ich denke jedoch nicht, dass es sich bei den Anführern um Fünftklässler handelte. Schüler sind hierzulande mitunter bis zu zwanzig Jahre alt und mit 17 zählt man bekanntlich noch zu den Minderjährigen. Mit vollendetem 14. Lebensjahr ist man hierzulande Strafmündig und spätestens dann sollte man wenigstens damit anfangen, über mögliche Konsequenzen nachzudenken. Desweiteren ist in den Kommentaren zum verlinkten Artikel zu lesen, dass der obligatorische schwarze Block auf der Demo anwesend war und dass in stolzer Tradition linksradikale Propaganda auf die lieben Kleinen wartete. Das ist schlicht ekelhaft.

Überhaupt:

Die Demoleitung versuchte die SchülerInnen zurück zum Opernplatz zu lotsen. Dort angekommen wurden hunderte SchülerInnen zwei Stunden lang eingekesselt, darunter SechstklässlerInnen!

Was haben Kinder in dem Alter auf einer solchen Demonstration verloren? Falls deren Eltern oder Lehrer die Kiddies bewusst haben teilnehmen lassen, dann ist dies meines Erachtens überaus verantwortungslos. Genau so gut könnte man den Kleinen Pornofilme und Zigartetten anbieten. Eine Demonstration auf dem eigenen Schulgelände hätte es zumindest für diese Altersgruppe auch getan.

So haben die Rotfaschisten einen weiteren Leckerbissen für ihr Propagandamonster gefunden. Kinder machen sich immer gut, ob lächelnd auf Werbeplakaten oder eben eingeschüchtert vom bösen Staatsdrachen. Großes Kino! Dabei war die Motivation für den „Schulstreik“ eine gute.

Und sie werden nicht mehr frei, ihr ganzes Leben lang! – Oh wie mich dieses Gesocks anwidert! Deutschland ist einfach totalitär toll.

Kinderschänder sind Raser!

•September 26, 2008 • 1 Kommentar

Weshalb man sie mit Fahrverboten bestrafen sollte, damit sie in Zukunft keine kleinen Kinder mehr in ihre Autos zerren können.

Das ist überspitzt formuliert, aber meiner Ansicht nach spiegelt es die Denke unserer ehrenwerten ReichsBundesjustizministerin wieder. Frau Zypries möchte wissen, ob der Entzug der Fahrerlaubnis auch bei Delikten jenseits des Straßenverkehrs eine gute Sanktion wäre. Immerhin hängen Deutsche bekanntlich an ihren Autos und ohne Pappe wird es essig mit der Fahrerei. Es könnte in der Tat eine beachtliche Abschreckung darstellen. Ein konsequenter Gedankengang.

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Nie wieder!

•September 25, 2008 • Kommentar schreiben

Nie wieder wollten die Menschen nach der Befreiung von Hitlers Nationalsozialismus jene Dinge erleben, welche das NS-Regime in die deutsche Geschichte einbrannte. Nie wieder wollten die Menschen nach dem Mauerfall erleben, was Linkspartei-Großvater SED in der DDR getrieben hatte. Nie wieder sollten Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Hautfarbe, Religion oder politischen Ansichten verfolgt, inhaftiert und mit körperlicher Gewalt oder gar dem Tode bedroht werden. Dies gilt jedoch nicht für Menschen, welche ihre Grundrechte missbrauchen. Solcher Missbrauch wird in Gesetzen definiert. Sie sollen dafür sorgen, dass sich jeder Bundesbürger frei entfalten kann, so lange er anderen Bürgern keinen Schaden zufügt. Diese überaus wichtige Grundstütze für ein Zusammenleben in der Bundesrepublik Deutschland ist am vergangenen Wochenende mal wieder von bigotten Elementen sowohl aus „einfachem Volk“ als auch aus der Politik angesägt worden.

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